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100 examples
- This book shows parts of the evolution of musical notation by using and transcribing tablatures (Mixed notation: mensural and letters, German organ, German/Italian/French lute, ...)
- Content (extracted from pp.X-XVI; caused a lot of errors, there might be still some!)
- 1 ab. Erster Teil eines französischen Liedes (vierstimmig), für Orgel oder Klavier arrangiert. Gemischte Notation - Mensural-Noten für die rechte Hand und Buchstaben für die linke - im südwestlichen Deutschland von 1440-1530 bekannte Tonschrift. Aus einem Manuskript der Hofbibliothek in München. Diese Art Notation ist älter als alle andern Tabulaturen. Nachbildung und Übertragung in moderne Tonschrift (Punkte ersetzen # und ♭). Seite 2/3.
- 2. Tastar de corde (Toccata oder Vorspiel) und Recercar aus Joan Ambrosio Dalzas "Intabolatura de lauto". Libro quarto. Venedig, 1508. Italienische Tabulatur. Seite 4/5.
- 3 ab. "Integer vitae", vierstimmiges volkstümliches Lied (Frottola) von D. M., für Gesang und Lautenbegleitung arrangiert, nebst frei erfundenem Vor- und Nachspiel. Aus der Sammlung des Franciscus Bossinensis: "Tenori e contrabassi intabolati col sopran in canto figurato per cantar e sonar col lauto". Venedig, 1509. Diese einfachen Lieder sind merkwürdige Erscheinungen; entgegen dem allgemeinen Brauch liegt die Melodie nicht im Tenor, sondern in der Oberstimme. Italienische Tabulatur. Nachbildung und Übertragung. NB. "La voce del Soprano al terzo tasto della Sottana" bedeutet: Der Gesang fängt mit dem Tone an, welchen der dritte Bund auf der zweithöchsten Saite (Sottana) ergiebt. Die Sottana stimmte in d (eingestrichen), der dritte Bund =f; die Mensuralnoten müssen also um einen Ganzton tiefer gelesen werden. Seite 6/7.
- 4abc. Mein M. ich hab' dich auserwählt. Dreistimmiges deutsches Lied. Die Melodie im Tenor. Die Oberstimme (in Mensuralnoten geschrieben) wird gesungen, Tenor und Bass sind der Laute zugeteilt, - alte deutsche Lautentabulatur. Aus Arnolt Schlicks "Tabulaturen etlicher Lobgesänge", Mainz, 1512. Nachbildung der ersten Hälfte und Übertragung. Seite 8/9.
- 5. Wer Gnad' durch Klaff erlangen will (d. h. Gunst durch Geschwätz und üble Nachrede), dreistimmiges deutsches Lied für Laute übertragen, Melodie im Tenor. Arnolt Schlick, 1512. Seite 10.
- 6. Ach Elslein, liebes Elslein, bekanntes deutsches Lied, für die Laute übertragen, Melodie in der Oberstimme. Alte deutsche Tabulatur. Aus Hans Judenkunigs Lautenbuch, Wien, 1523. Seite 11.
- 7ab. Tordion (Dreher). Aus den "Dixhuid basses dances", für Laute arrangiert und herausgegeben von Pierre Attaignant; Paris, 1529. Älteste Quelle für die französische Tabulatur. Faksimile (des 1. Teils) und Übertragung. Seite 12.
- 8. La Rote de Rode, wohl ein französisches Tanzlied. Aus demselben Drucke wie No. 7. Das in Mensuralnoten beigefügte "Subjectum" gibt die einfache Melodie; in dem Lauten-Arrangement ist sie etwas koloriert. Seite 13.
- 9. Au joly bois, französisches Lied, für Orgel oder Klavier arrangiert. Aus den "25 chansons musicales" des Pierre Attaignant; Paris, 1530. Seite 14.
- 10. Elslein, liebes Eislein (vgl. No. 6) für Grossgeigen. Aus der "Musica Teutsch" des Hans Gerle; Nürnberg, 1532. Anwendung der alten deutschen Lauten-Tabulatur für Streichinstrumente. Seite 15.
- 11 ab. Pavana aus dem "Libro de Musica" des Luys Milan; Valencia, 1536. Spanische Tabulatur für die 6-saitige Vihuela. Nachbildung des 1. Teils und Übertragung. Seite 16/17.
- 12. Con lagrime e sospir, Madrigal von Verdelotto, für eine Singstimme mit Begleitung der Laute gesetzt von Adrian Willaert; Venedig, 1536. Melodie in Mensuralnoten, Begleitung in italienischer Tabulatur geschrieben. Interessant ist das Nachspiel. Seite 18/19.
- 13. Rose e Viole. Saltarello (Springtanz) aus dem Lautenbuche des Antonio Casteliono; Mailand, 1536. Italienische Tabulatur. Seite 20.
- 14. Nachtanz (Hupfauf oder Springtanz) eines "Gassenhauers welscher Art". Aus dem Lautenbuche des Hans Neusiedler, Nürnberg, 1544. Schon acht Jahre früher (1536) giebt Neusiedler dasselbe Stück mit der Überschrift: "Ich ging wohl bei der Nacht". Es mag ein vergessenes Tanzlied zu Grunde liegen. Alte deutsche Lauten-Tabulatur. Seite 21.
- 15ab. Recercar für die 6-saitige Gambe. Aus dem Lehrbuche des Silvestro Ganassi, Venedig, 1543, betitelt: "Regola Rubertina, regola che insegna a sonar de viola d'archo tastata". Italienische Tabulatur. Nachbildung und Übertragung. Seite 22/23.
- 16. Der Bettler-Tanz. Aus Hans Neusiedlers Lautenbuch, Nürnberg, 1444 [1544]. Seite 24.
- 17. Es liegt ein Haus im Oberland, deutsches Lied, für Streichquartett arrangiert von Hans Gerle, 1546. Melodie im Tenor. Deutsche Lauten-Tabulatur, für kleine Geigen angewendet. Im zehnten Takte ein Haupt-Septimen-Accord mit kadenzierenderAuflösung. Seite 25.
- 18. Insbruck, ich muss dich lassen, eins der ältesten und schönsten deutschen Volkslieder. Aus dem handschriftlichen Anhange eines Exemplars von Wyssenbachs Lautenbuch (Zürich, 1550), welches ich besitze. Alte deutsche Tabulatur. Seite 26.
- 19. Strambotto a quatro. (Vierstimmiges Lied.) Für Laute übertragen von Miguel de Fuenllana. (Libro de Musica, Sevilla, 1554). Italienische Tabulatur. Seite 27.
- 20. Fantasia für die Gitarre mit vier Saiten. Italienische Tabulatur. Aus dem "Libro de Musica" des Fuenllana. Sevilla, 1554. Seite 28/29.
- 21. Probe einer sonderbaren Notation für Klavier. Die 42 Tasten der Klaviatur sind numeriert gedacht. Der Umfang des Instruments erstreckte sich vom grossen C bis zum zweigestrichenen a; in der tiefsten Oktave fehlten Cis, Dis, Fis und Gis. (Aus der "Declaracion de Instrumentos" von Juan Bermudo; Ossuna, 1555.) Seite 30.
- 22. Chorea Germanica. (Deutscher Tanz.) Aus dem Tabulaturbuche des Benedictus von Drusina, Frankfurt a. 0., 1556. Alte deutsche Tabulatur. Seite 31.
- 23. Les Bouffons. Handschriftlich in Wyssenbachs Tabulaturbuche. Französische Tabulatur auf fünf Linien. Seite 32.
- 24. Der Bockstanz. Aus dem handschriftlichen Anhange zu Wyssenbachs Tabulaturbuch (1550). Seite 33.
- 25. Dort unten an dem Rheine. Aus Sebastian Ochsenkhuns "Tabulaturbuch auff die Lauten". Heidelberg, 1558. Die Melodie in der Oberstimme, mit dem letzten Viertel des ersten Taktes beginnend. Die beiden Oktavensprünge sind ein Witz des Lautenisten, veranlasst durch den Textanfang: "Dort niden (unten) an dem Rheine". Das hübsche Lied ist bisher noch niemals richtig übersetzt worden. Seite 34.
- 26. Der Laufertanz. Aus dem Lautenbuche des Wolf Heckel, Strassburg, 1562. Alte deutsche Tabulatur. Seite 35.
- 27. Les Bouffons, (Vgl. No. 23.) Aus der Anleitung für die Zither zu vier Chören von Adrian le Roy et Robert Ballard. Paris, 1565. Französische Tabulatur auf vier Linien. Die Saiten wurden mit einem Plectrum gerissen; ihre wunderliche Stimmung war:
- 1. 2 im Einklange: e‾
- 2. 3 im Einklange: d‾
- 3. 2 im Einklange: g
- 1 in der tieferen Oktave: G
- 4. 2 im Einklange: a
- 1 in der tieferen Oktave: A
- Hinzugefügt habe ich die Melodie des Buffonentanzes, wie sie Czerwinski 1878 giebt. Seite 36.
- 28. Ich sage Ade! Lied für die 4-chörige Zither (Cithara) übertragen. Aus dem Tabulaturbuche des Sebastian Vreedmann, Löwen, 1568. (Exemplar in der Gymnasial-Bibliothek zu Thorn.) Notation wie bei No. 27. Seite 37.
- 29ab. Matachina. Tanz für die Zither (Guiterna) zu vier Chören. Aus einem Werke, 1570 bei Phalesius in Löwen gedruckt. In der Übersetzung gebe ich die ersten vier Takte vollstimmig, das Übrige einfacher; die Ergänzung der weggelassenen tieferen Töne macht keine Schwierigkeiten. Nachbildung und Übertragung. Seite 38/39.
- 30. Der Fuggerin Tanz. Hat eine Dame aus dem Hause Fugger den Tanz komponiert oder besonders geliebt oder war er ihr zugeeignet? Melchior Neusiedler, aus dessen "Teutsch Lautenbuch" (Strassburg, 1574) ich ihn entnahm, giebt darüber keine Auskunft. Seite 40.
- 31. Ein Lied des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt, welches er für Frl. Sibille von Solms schrieb. Joachim Ernst lebte von 1536 bis 1586. Ich fand das Lied in dem handschriftlichen Anhange eines 1617 gedruckten Lautenbuches der Strassburger Universitäts-Bibliothek. Französische Tabulatur. Seite 41.
- 32. Allemande nouvelle. Ein gefälliger deutscher Tanz mit dem dazu gehörigen Nachtanze, Proportio genannt. Aus dem Tabulaturbuche des Bernhard Schmid "für Orgel und Instrument" (d. h. Klavier). Strassburg, 1577. Buchstaben-Tabulatur der deutschen Organisten. Seite 42/43.
- 33ab. Probe der Ziffern-Tabulatur des Spaniers Antonio de Cabeçon für Orgel und Klavier. ("Obras de Musica", Madrid, 1578.) Die Töne jeder Oktave - von f bis f gerechnet - sind durch die Ziffern 1-7 bezeichnet. Striche und Punkte markieren die verschiedenen Oktaven. Die Klaviatur begann mit dem grossen C. Nachbildung und Übertragung. Seite 44.
- 34. Was woll'n wir auf den Abend thun? Bekanntes deutsches Lied. Aus einem Manuskript der Kgl. Bibliothek in Berlin. Deutsche Orgel-Tabulatur. Seite 45.
- 35abc. Was woll'n wir auf den Abend thun? Aus einem handschriftlichen Lautenbuche, datiert 1590, im Besitz des Grafen Wilczek (Wien.) Alte deutsche Tabulatur. Aus Beispielen, wie diesem und No. 42 ersieht man, woher die Bezeichnung "Tabulatur" stammt. Tabulatus heisst getäfelt. Der Begriff wurde später auf alle Notationen übertragen, welche die Mensuralnoten des Gesanges, aus welchen sich unsere jetzt üblichen Zeichen entwickelt haben, verschmähten. Faksimile und Übertragung. Beigefügt: die Melodie allein, wie sie Böhme nach Hainhofers Lautenbuch (1603) giebt. Seite 46/47.
- 36. Was woll'n wir auf den Abend thun? Aus einer Handschrift der Baseler Universitäts-Bibliothek. (Ende 16. Jahrh.) Alte deutsche Lauten-Tabulatur. Seite 48.
- 37. Das Kätherlein von Dornig. Ein Tanz. Aus dem handschriftlichen Lautenbuche von 1590. (Vgl. No. 35.) Seite 48.
- 38. Choral: Allein Gott in der Höh' sei Ehr'! für die 6-chörige Zither arrangiert. Aus dem Tabulaturbuche des Herzogs Johann Georg I. von Sachsen, 1592. Manuskript in der Kgl. Bibliothek zu Dresden. Italienische Tabulatur. Seite 49.
- 39. Deutscher Tanz aus Matthaeus Waissels "Tabulatura", Frankfurt a. 0., 1591. Alte deutsche Lauten-Tabulatur. Seite 49.
- 40. Deutscher Tanz mit Nachtanz, Sprung genannt, sonst Hupfauf, Proportio, Saltarello u. s. w. (Matthaeus Waissel, "Tabulatura", 1591.) Seite 50.
- 41. Deutscher Tanz nebst Sprung darauf. (Waissels Tabulaturbuch von 1592.) Seite 51.
- 42 ab. Kehrab oder Kehraus. Tanz für Klavier. Buchstaben-Notation der deutschen Organisten. Aus einem Manuskript in der Kgl. Bibliothek zu Berlin, betitelt: "Tabulaturbuch auf dem Instrument" von August Nörmiger, 1598. (Nörmiger war Lehrer der Prinzessin Sophie von Sachsen.) Nachbildung und Übertragung. Seite 52.
- 43. Cantio Germanica: "So wünsch' ich ihr ein' gute Nacht!" Für die Laute frei übertragen von Elias Mertel in Strassburg. (E. M. A.) Ein köstliches Stück, tief empfunden. Deutsche Innigkeit erklingt besonders aus dem Zwischenspiel und dem Nachspiel. Man könnte die Worte Scheffels darunter setzen: Behüt' dich Gott, es wär' so schön gewesen! Behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein! Aus dem Tabulaturbuche des Georg Leopold Fuhrmann: Testudo Gallo-Germanica. Nürnberg, 1615. Seite 53.
- 44. Der Prinzen-Tanz nebst Proporz (Nachtanz im Tripeltakt.) Aus dem handschriftlichen Anhange zu Wyssenbachs Tabulaturbuch von 1550. Seite 54/55.
- 45. Aus tiefer Not schrei' ich zu dir! Choral, für die Laute arrangiert von Conrad Neusiedler. Aus dem mehrfach erwähnten handschriftlichen Anhange zu Wyssenbachs Lautenbuch von 1550. Seite 56.
- 46. Ungarischer Tanz. Aus einem handschriftlichen Lautenbuch, jetzt im Besitz des Herrn Oscar Chilesotti. (Ende 16. Jahrh.) Italienische Tabulatur. Seite 57.
- 47. Villanella von Albert Dlugorai, mitgeteilt durch Besardus. (Thesaurus harmonicus, Köln, 1603.) Französische Tabulatur. Seite 57.
- 48. Mein Gemüt ist mir verwirret; fünfstimmiges Liebeslied von H. L. Hasler, 1601, für die Laute übertragen von einem Jenenser Studenten, 1603. Handschriftlich in der Kgl. Bibliothek zu Dresden. Seite 58.
- 49ab. Canario, ein alter Tanz im 3-teiligen Takt mit punktierten Noten. Aus Cesare Negris "Nuove Inventioni di Balli". Mailand, 1604. Die Tanzmelodie in der schwarzen Notation der kleinen Hemiolen, das Arrangement für Laute in italienischer Tabulatur. S. 59.
- 50ab. Das Roland-Lied in zwei Bearbeitungen. a. Aus dem Liederbuche des Petrus Fabritius, 1605. Handschriftlich in der Kgl. Bibliothek zu Kopenhagen. b. Aus einem Lautenbuche von 1619, Manuskript in der Leipziger Stadtbibliothek. Beide in alter deutscher Tabulatur. Seite 60.
- 51. La Battaglia, die Schlacht, genauer: "die französische Schlacht", zum Unterschiede von einem anderen Tongemälde, genannt "die italienische Schlacht". Das Original, für 4 stimmigen Chor, rührt von Jannequin her (1535). Der Anfang gehört zu den verbreitetsten Stücken in der Literatur für die Laute. Der vorliegende Tonsatz im Liederbuche des Fabritius (1605), handschriftlich in Kopenhagen. S. 61/62.
- 52ab. Der Roland, - vgl. No. 50. Deutsche Ziffern-Notation für die Geige, aus dem Tabulaturbuche des Nürnberger Schreibers Joh. Wolf Gerhard (1613). Manuskript im Germanischen Museum zu Nürnberg. Faksimile und Übersetzung. Seite 63.
- 53ab. Ballo del Fiore; italienische Ziffern-Notation für die Geige. Aus einer Handschrift im Germanischen Museum zu Nürnberg. (Anfang des 17. Jahrhunderts). Faksimile und Übersetzung. Seite 64.
- 54. Courante: "Der Mai, der Mai"! Aus dem Lautenbuch des Ernst Scheele, (1619). Manuskript in der Hamburger Stadt-Bibliothek. Seite 65.
- 55. Trinklied: "Er setzt das Gläslein an den Mund". In dem handschriftlichen Lautenbuche der Leipziger Stadt-Bibliothek (1619). Alte deutsche Tabulatur. Seite 66.
- 56 ab. Englischer Tanz oder Pickelhering. Aus dem Leipziger Manuskript von 1619. Tabulatur und Übertragung. Seite 67.
- 57. Der Frankensteiner. Ein Tanz aus dem Leipziger Manuskript von 1619. Seite 68.
- 58. Battaglia, ein Schlachtgemälde von Donino Garli aus Parma. Dasselbe findet sich in dem Lautenbuche des Kasimir Stanislaus Rudomina Dusiacki. Padua, 1620. Manuskript in der Königl. Bibliothek zu Berlin. Seite 69-71.
- 59. Ei, du feiner Reiter! Tanz und Nachtanz über dieses verbreitete Lied. Aus dem Leipziger Manuskript von 1619. Hinzugefügt: die Melodie allein aus der "Tabulatura nova" des Samuel Scheidt, Hamburg, 1624. Seite 72/73.
- 60 ab. Gaillarde belle. Die Melodie allein in Mensuralnoten und das Arrangement für die 6-chörige Laute in französischer Tabulatur. Aus dem Werke des Adrian Valerius: "Nederlandtsche Gedenck-Clanck", Harlem, 1626. Dieselbe Melodie für die Zither zu vier Chören arrangiert. (Vgl. die Beispiele 27-29). Ich gebe die Übersetzung der Zither-Notation in Form einer Partitur. Seite 74/75.
- 61. Ballet Tessier. Aus dem Lautenbuche des Joh. Daniel Mylius: "Thesaurus Gratiarum", gedruckt in Frankfurt a. M., 1622. Seite 76.
- 62 ab. Bell' el Ciel, bell' el Sol. Lied mit Begleitung des Klaviers (Generalbass) oder der Gitarre. Die Akkorde der Gitarre stenographisch notiert. (Vgl. No. 68 und 86). Aus: "Cantate diverse" von Domenico Crivellati. Rom, 1628. Nachbildung und Übersetzung. Seite 77.
- 63 ab. Bourree für die 5-chörige Gitarre, französisch-niederländische stenographische Notation. Aus einem handschriftlichen Tabulaturbuche, 1635. Seite 78.
- 64. Volta, ein Tanz. "Von der Lauten gesetzt", also aus der Lauten-Tabulatur für Klavier übertragen. Sehr instruktiv! Ich fand dieses Stück in dem handschriftlichen Klavierbuche der Jungfrau Regina Clara Imhoff, datiert Anno 1629. (Manuskript in der Wiener Hof-Bibliothek). Seite 79.
- 65 ab. Probe einer Buchstahen-Tabulatur für die Orgel (aus dem Jahre 1638) mit sonderbaren Abkürzungen, Manuskript in der Baseler Universitäts-Bibliothek. Faksimile und Übertragung. Seite 80.
- 66. Jacopino, Corrente für die Theorbe. Aus Castaldis "Capricci", 17. Jahrhundert. Seite 81.
- 67ab. Courante für Klavier. Aus dem 1645 in Leipzig gedruckten Tabulaturbuche des Christian Michel, Organist an der dortigen Nikolaikirche. Buchstabenschrift der deutschen Organisten, gewöhnlich Orgel-Tabulatur genannt. Faksimile und Übersetzung. Seite 82/83.
- 68 ab. Ruggiero, ein Tanz für die 5-chörige Gitarre. Stenographische Notation, von Montesardo (1606) erfunden, von Späteren verbessert. Um 1640. Nachbildung und Übersetzung. (Vgl. No. 62 u. 86.) Seite 84.
- 69 ab. Jesulein, du bist mein, geistliches Lied, für die 11-chörige Laute arrangiert. Französische Tabulatur. Aus einem handschriftlichen Lautenbuche der Universitäts-Bibliothek in Rostock. Faksimile und Übersetzung. Seite 85.
- 70 ab. Gique, ein Tanz für die 11-chörige Laute. Französische Tabulatur. Aus einem Manuskript der Grossherzoglichen Bibliothek in Schwerin, 1651. Faksimile und Übertragung. Seite 86.
- 71 ab. Tombeau de Mezangeau. (Totenklage um Mezangeau) vom älteren Gautier. Aus dem "Livre de Tablature" der beiden Lautenisten Gautier, Paris, 1664. (Zwei Exemplare des überaus seltenen Druckes befinden sich in Paris, ein drittes sah ich in der Bibliothek des Fürsten Lobkowitz zu Raudnitz (Böhmen). Faksimile und Übertragung. Seite 87.
- 72. Artemise ou l'Oraison funèbre von Denis Gautier (um 1660). Handschriftlich im Hamilton-Codex des Kgl. Kupferstich-Kabinets in Berlin. Seite 88.
- 73. Fantaisie de Mr. Gautier (Denis Gautier) aus dem "Livre de Tablature", Paris, 1664. Seite 89.
- 74. Courante du vieux Gautier. Ebenfalls aus dem "Livre de Tablature." 1664. Seite 90.
- 75. Präludium von Esajas Reusner. Handschriftlich (Autograph) in einem Exemplare seiner "Neuen Lauten-Früchte", 1676. (Königl. Bibliothek in Berlin). Seite 91.
- 76. Gigue von Esajas Reusner. Handschriftlich in semen Lauten-Früchten, 1676. Seite 92.
- 77. Sarabande von Esajas Reusner, aus dessen erstem gedruckten Werke: "Delitiae Testudinis", 1667. (Ohne Ortsangabe). Seite 93.
- 78. Dir nur, du stiller, verschwiegener Bach; deutsches Lied für die Gambe. Aus einer Handschrift mit französischer Tabulatur, datiert 1674, jetzt in der Bibliothek des Pariser Konservatoriums. Schon 1640 findet sich dies Lied als Sarabande für Orgel und Klavier in einem Manuskript der Kgl. Bibliothek zu Kopenhagen. Seite 93.
- 79. Rossignols. Lied für die Gambe. Aus einem Manuskript der Landes-Bibliothek in Kassel. (Ende des 17. Jahrhunderts). Französische Tabulatur. Seite 93.
- 80. Folie d'Espagne nebst drei Variationen. Die simple Melodie gehört zu den bekanntesten und scheint noch heute nicht ganz vergessen zu sein. Eine der frühesten Quellen ist Gallots Lautenbuch von 1670. Corelli benutzte die Melodie, auch Joh. Seb. Bach in der Bauern-Cantate; Karl Phil. Emanuel Bach schrieb Variationen darüber; in den Gitarre-Schulen von Merchi (ca. 1760) und Doisy (1804) findet sich die alte "Folie"; in Reichardts Liederspielen (1804) wird sie als Volkslied aus Pommern bezeichnet; Kuhlaus Musik zu Heibergs "Erlenhügel" (1828) enthält diese "spanische Thorheit"; als "schwedisches Volkslied" bringt sie Bellmann, als "Totentanz aus der Mark" Böhme; in zahllosen Lauten- und Klavierbüchern des 17. und 18. Jahrhunderts begegnet man ihr. Die mitgeteilten Proben entnahm ich einem Lautenbuche des Grafen Wolkenstein-Rodenegg (ca. 1680); das Manuskript ist in meinem Besitz. Seite 94/95.
- 81. Minuet par Mr. Comte de Taxis. 1686. Aus dem Lautenbuche des Grafen Wolkenstein-Rodenegg. Seite 96.
- 82 abc. Aria in H-moll von Jacob Kremberg, aus seinem 1689 in Dresden erschienenen Werke: "Musikalische Gemüts-Ergötzung oder Arien u. s. w . welche also eingerichtet, dass sie entweder mit einer Stimme allein zu singen benebenst dem Generalbass, oder aber zuleich und besonders auf der Laute, Angelique, Viola di Gamba und Chitarra können gespielet werden". Ich gebe zuerst die Arie mit dem bezifferten Bass, dann das Arrangement für die Angelica (ein verschollenes lautenartiges Instrument) und endlich die Übertragung aus der französischen Tabulatur. Seite 97-99.
- 83 ab. Sarabande für das Flageolet. Aus der Anweisung des Thomas Greeting: "The Pieasant Companion, or new lessons and instructions for the Flageolet." London, 1682. Tabulatur-Beispiel und Übersetzung. Seite 100.
- 84. Menuet für die Angelica. Aus einer handschriftlichen Sammlung des Benediktiner-Klosters Raigern. (Ende des 17. Jahrh.) Seite 101.
- 85 ab. Air für die 17-saitige Angelica. Aus einer handschriftlichen Sammlung in der Grossherzoglichen Bibliothek zu Schwerin. (Ende des 17. Jahrhunderts). Mit Genehmigung Sr. Durchlaucht des Grossherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Nachbildung und Übertragung. Seite 102/103.
- 86 ab. Präludium für die 5-chörige Gitarre. Gemischte Notation: Stenographie und italienische Tabulatur. (Vgl. No. 62 u. 68). Aus dem seltenen Werke des Lodovico Roncalli: "Capricci armonici sopra la Chitarra Spagnola." Bergamo, 1692. Seite 104/105.
- 87 ab. Parthenia, eine bekannte englische Melodie. Mit Benutzung der französischen Tabulatur für die Violine notiert. Aus dem Lehrbuche des John Playford, London, 1697. Nachbildung und Übersetzung. Seite 106.
- 88. Echo. Aus einem handschriftlichen Lautenbuche, Ende des 17. Jahrhunderts. Seite 107.
- 89 ab. Vierstimmige Fuge, geschrieben um 1700. Tabulatur der deutschen Organisten. Faksimile des Originals und Übersetzung. Original in meinem Besitz. Seite 108/109.
- 90 ab. Gigue. Aus einem handschriftlichen Tabulaturbuche für die Mandora, Anfang des 18. Jahrhunderts. In meinem Besitze. Seite 11O/11.
- 91 ab. Englischer Tanz für das Cithrinchen. Aus einer handschriftlichen Sammlung in meinem Besitz. (Um 1700). Seite 112.
- 92 ab. Kuriose Notenschrift. Unicum, auf dem vorletzten Blatte des Mandora-Manuskripts. (Vgl. No. 90). Die Hieroglyphen konnte ich wohl entziffern, den Sinn dieser sonderbaren Tabulatur jedoch nicht ergründen. Nachbildung und Übertragung. Seite 113.
- 93. Jupiter tenant son foudre. Air de St. Luc. Aus einem handschriftlichen Lautenbuche, welches Ambros besass. Französische Tabulatur. (Anfang des 18 Jahrhunderts). Seite 114/115.
- 94. Le Drôle. Charakterstück für die Laute von E. T. Baron. Aus dem Sammelwerke Telemanns: "Der getreue Musik-Meister". Hamburg, 1728. Französische Tabulatur. Seite 116/117.
- 95 ab. Menuet aus einer Sonatina für das Calichon, komponiert vom Prinzen Anton von Sachsen (18. Jahrhundert). Das Calichon (Colascione, Gallicona) war ein lautenartiges Instrument mit 6 einfachen Saiten in Gamben-Stimmung: D, G, c, f, a, d. Abraham a Santa Clara († 1709) erwähnt es in seiner Narrenmess: "Ein anderer aber spielt Theorb und Galischan". Seite 118.
- 96 ab. Marsch: "Ça donc, ça donc, so geht es". Älteste Niederschrift des bekannten Dessauer Marsches. Aus einer handschriftlichen Sammlung: "Tonstücke für die Mandora" (ca. 1730) in der Leipziger Stadt-Bibliothek. Faksimile und Übersetzung. Französische Tabulatur. Seite 119.
- 97 ab. Giga von Sebastian Bach. Aus einer Lauten-Suite. Handschriftlich in der Leipziger Stadt-Bibliothek. Französische Tabulatur. Nachbildung des ersten Teils und Übersetzung. Seite 120-123.
- 98. Allhier auf diesem Platz; deutsches Lied für die Mandora. Aus dem Leipziger Manuskript von 1730. (Vgl. No. 96). Seite 124.
- 99. Chaconne von David Kellner, den XVI auserlesenen Lautenstücken entnommen, welche er 1747 in Harnburg drucken liess. Seite 125-126.
- 100 ab. Thema und Variationen von Christian Gottlieb Scheidler, dem "letzten Lautenisten". (Um 1790 komponiert). Als Thema nahm Scheidler das "Champagnerlied" aus Mozarts Don Juan. Von den 12 Variationen teile ich vier mit. Handschriftlich (vielleicht Autograph!) in der Kgl. Bibliothek zu Berlin. Französische Tabulatur. Faksimile des Themas und Übersetzungen. Scheidler war Mitglied der kurfürstlichen Hofkapelle in Mainz. Am 23. Mai 1789 gelangte dort Mozarts "Don Juan" erstmalig zur Aufführung, er inspirierte den letzten Meister zum vielleicht letzten Lautenstücke. Nach seiner Pensionierung lebte Scheidler in Frankfurt als Lehrer für Gitarre. Xeller malte ihn um 1812. Sein Todesjahr konnte ich leider nicht ermitteln. Seite 127-129.
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